Ein wertschätzendes und würdevolles Miteinander in der Seniorenbetreuung.

Entwicklung der Kommunikationskultur in der Seniorenbetreuung

Professionelle Kommunikation als Zeichen pflegerischer Qualität

Berufliche Handlungskompetenz umfasst nicht nur pflegefachliches und methodisches Know-How. Von Arbeitgebern, pflegenden Angehörigen sowie auch Kundinnen und Kunden werden zunehmend soziale und personelle Kompetenzen eingefordert.

Kommunikation zählt schon lange als „soft-skill“ zu den Schlüsselqualifikationen in der Pflege. Entsprechende Inhalte sind auch Bestandteil der Pflegeausbildungen und beruflichen Fort- und Weiterbildungen.

Dennoch kommt es immer wieder zu Szenen wie dieser:

„Noch ein Löffelchen?“

(So lautet der Titel eines Buches von Svenja Sachweh aus dem Jahr 2006. Erschienen bei Verlag Hans Huber. Bern/Schweiz)

Frau Jens ist 86 Jahre alt und lebt in einem Seniorenheim. Frau Jens ist eine zarte Person, immer gut gelaunt und sehr freundlich und dankbar gegenüber den Pflegekräften. Sie ist noch mobil und nimmt ihre Mahlzeiten im Speiseraum des Wohnbereiches ein.

Frau Jens hat meistens nur wenig Appetit und möchte immer nur kleine Portionen. Da sie Probleme mit dem Schlucken hat, erhält sie pürierte Nahrung. Beim Mittagessen legt sie nach drei Esslöffeln den Löffel beiseite. Offenbar ist sie fertig mit Essen.

Die diensthabende Pflegekraft ist mit den sechs Bewohnerinnen und Bewohnern am Tisch vollauf beschäftigt. Sie gibt Essen aus, hilft beim Schneiden, gießt hier ein Getränk nach und reicht dort eine Gabel voll an. Zwischendrin geht sie immer wieder bei Frau Jens vorbei und schiebt ihr einen Löffel voll in den Mund. Dazu sagt sie aufmunternd: „Na, noch ein Löffelchen Frau Jens.“

Frau Jens isst die angereichten Löffel mit Widerwillen, man kann ihrem Gesichtsausdruck entnehmen, dass sie die unerwünschte Nahrungsaufnahme ablehnt. Hin und wieder dreht sie den Kopf zur Seite, worauf die Pflegekraft ungeduldig sagt: „Na kommen sie Frau Jens, sie haben es ja gleich geschafft.“ Dieser Vorgang wiederholt sich so oft, bis der Teller leer ist.

Für viele Menschen ist die Vorstellung, gepflegt zu werden mit Gebrechlichkeit, Krankheit, Abhängigkeit, Isolation oder Ängsten verbunden. Sie fühlen sich häufig missachtet wenn sie ihre Bedürfnisse und Wünsche formulieren. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege fühlen sich oft ohnmächtig angesichts der kommunikativen Anforderungen.

Sind Freudlosigkeit und Verstummen oder Aggressivität auf beiden Seiten die unvermeidliche Konsequenz – oder können der Lebensabend und die professionelle Begleitung in gegenseitigem Respekt, Würde und mit so mancher Freude geteilt werden?

„Wir müssen miteinander reden – dann klappt das mit der Kommunikation“

Lehrgangsbeschreibung

In diesem Seminar lernen Sie eine gleichberechtigte, wertschätzende und würdevolle Kommunikation zwischen Ihnen und Ihren Klienten, aber auch Ihren Kolleginnen und Kollegen, oder den Angehörigen zu gestalten.

Mit der Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffes und der Abkehr von einer verrichtungsorientierten Pflege gewinnen die folgenden Themen an Bedeutung:

  • Kommunikation mit den Zielgruppen „Pflegebedürftige“ und „Angehörige“
  • Beratung und Anleitung dieser Zielgruppen und von Mitarbeitenden
  • Training oder Coaching
  • Koordinierung von Tätigkeiten
  • Selbstmanagement für Angehörige

Dieses Seminar verbessert Ihre soziale Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit und trägt dazu bei, effektiver, freudvoller und professioneller in Ihrem Arbeitskontext mit Ihrem Gegenüber zu sprechen.

Investition in kommunikative Kompetenz ist eine Investition in Professionalität und klientenbezogene Pflegequalität!

Lehrgangs-/Seminar-/Kursplanung:

Für unsere Seminare bzw. Kurse und Lehrgänge beschreiben wir ausführlich den Inhalt, das Lernziel, die Arbeitsmittel, die Nachweisdokumente sowie die Unterlagen und Lehrpläne, damit Sie genau wissen was Sie von uns erwarten dürfen. All das, sowie die Termine, die Dauer und Kosten erhalten Sie vor der Anmeldung schriftlich zusammengefasst in ausgedruckter Form.

Inhalte des Kurses:

Wahrnehmen und Beschreiben
Verhalten und Situationen differenzierter wahrnehmen und beschreiben, anstatt Vermutungen anzustellen oder Phantasien zu entwickeln und Bewertungen vorzunehmen.

Grundlagen der Kommunikation
Bewussten Umgang mit Kommunikation üben. Insbesondere für den Wirkungsaspekt (Man kann nicht nicht kommunizieren. Verhalten erzeugt Gegenverhalten). Kommunikation als einen Prozess von Wechselwirkungen begreifen. Die Bedeutung des nonverbalen Anteils der Kommunikation, die Körpersprache, nutzen. Feedback als wichtiges Instrument begreifen, die eigene Wahrnehmung zu überprüfen.

Professionelle Kommunikation
Bewusst machen, dass die Pflege besondere kommunikative Einstellungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten erfordert. Den Unterschied zwischen professioneller Kommunikation und Alltagskommunikation erkennen. Die Ziele und Merkmale professioneller Kommunikation kennenlernen. Gesprächsführung als Element bewusster Situationsgestaltung einsetzen. Die Instrumente des Aushandelns kennenlernen und einüben.

Unsere Leistungen:

  • Die theoretischen Grundlagen der einzelnen Themen werden kompakt vermittelt und ihre Anwendung mit dem Ziel des Transfers in den Arbeitsalltag eingeübt.
  • Potenzielle „Stolpersteine“ und hilfreiche Bedingungen für die Anwendung der Seminarinhalte werden herausgearbeitet und durch die Erfahrungen der Trainerin aus der umfangreichen Beratungs- und Projekterfahrung im Bereich der Altenpflege ergänzt.
  • Übungs- und Transferaufgaben sichern die Integration des neuen Wissens in den Arbeitsalltag.
  • Das Leistungsangebot beinhaltet die Aushändigung von Handouts an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die Stellung von Arbeitsaufgaben zur Transfersicherung der Fortbildungsinhalte und die Ergebnissicherung des Seminars.
  • Am Ende erhalten sie ein Teilnahme-Bescheinigung.

Termine und Preise

Dauer 10 Zeitstunden verteilt auf 2 Tage
Teilnehmerzahl Mindestens 8 Teilnehmer, maximal 16 Teilnehmer
Ort Evang. PflegeAkademie, Am Westpark 3, 81373 München (zur Google Karte)
Termine bitte fragen Sie nach der Planung 2018
Kosten zur Preisliste
Beantragen Sie den Prämiengutschein für die Bildungsprämie des Bundes
Dozentin Dipl.-Päd. Tina Knoch

Haben Sie weitere Fragen zur Akademie HELP oder speziellen Leistungen, stehen wir Ihnen über unser Kontaktformular jederzeit gerne zur Verfügung.

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