Was uns nicht umbringt macht und härter – Resilienz, das Immunsystem der Seele.

2019-05-26T17:13:47+02:00

Wie gelingt es Menschen schwierige Lebenslagen, persönliche Verluste und schwerste Ereignisse zu überstehen ohne dauerhaften seelischen Schaden zu nehmen – während andere davon völlig aus der Bahn geworfen werden?

Man bezeichnet diese Fähigkeit als Resilienz:
So wie Bambus vom Sturm zu Boden gedrückt wird und sich danach wieder aufrichtet,  also eine Kombination aus Stabilität und Flexibilität zeigt. Beim Menschen ist damit die Fähigkeit gemeint die eigene psychische Gesundheit während, oder nach widrigen Lebensumständen, Aufrecht zu erhalten. (Vergleich ein „Steh auf Männchen“)

Dauerhafte Alltagsbelastungen machen krank:

Krankheiten, Unfälle, Trennungen, Arbeitsverlust, Existenzverlust , Tod von Angehörigen Soldaten im Einsatz, Flüchtlinge und besonders Flüchtlingskinder, Naturkatastrophen, Terroranschläge usw.

Damit umzugehen gelingt in Deutschland immer weniger Menschen. Fehltage wegen psychischer Erkrankungen erreichten 2016 den Höchststand. Depressionen, Belastungs- und Anpassungsstörungen stellen damit den zweithäufigsten Grund, nach Rückenschmerzen, für Krankschreibungen dar.

Was macht also Menschen resilient und wie lässt sich diese Fähigkeit fördern? Was kann den Resilienzprozess  positiv beeinflussen?

Optimismus oder emotionale Bindungen zu Freunden und Familie für sich alleine kann keiner dieser Faktoren dies bewirken. Ausschlaggebend ist wie das Gehirn die Situationen einschätzt. Ist die Situation neutral oder leicht positiv, oder eher bedrohlich. Entsprechen können Krisen und mehr oder weniger anhaben. Wird der Körper in Alarmbereitschaft gesetzt, oder bleibt man Herr der Lage. Neurobiologische Prozesse  können also untersucht und gemessen werden. Resilienz hat also etwas mit Lernen zu tun und zwar bis ins hohe Alter.

In entsprechenden Studien konnte nachgewiesen werden, dass eine starke Seele im Alter oft eng mit körperlicher Gesundheit zusammenhängt. „Das klingt trivial, aber Bewegung und ausgewogene Kost mit eher weniger Kalorien sind auch für die Gehirnfunktion wichtig.“  Sagt Professor Tüscher – klinische Resilienzforschung.

Dagegen sagt Psychologie Professorin Alexandra Freund von der Universität Zürich: Negative Emotionen dienen als Leitlinie für unser Verhalten. Sie sind ein Stoppsignal, das uns auffordert unser Verhalten oder  die Umwelt zu ändern. Würde man permanent versuchen Probleme egal in welchem Beriech umzudeuten, könnte das mitunter psychologische Probleme nicht verhindern, sondern verstärken. Damit schränken wir unter Umständen unsere Entwicklung ein und machen auch in Zukunft dieselben negativen Erfahrungen wieder, statt deren Ursachen zu beheben,  glaubt die Expertin.

Machen Krisen immun wie eine Impfung?

Eine robuste Psyche ist keine Gabe, eher ein Lernen. Wie resilient man ist zeigt sich erst dann wenn die Krise schon da ist.
Wichtig für Resilienz ist die frühere Erfahrung, dass Dinge gut ausgehen können.

Was uns nicht umbringt macht und härter – Resilienz, das Immunsystem der Seele.2019-05-26T17:13:47+02:00

Unsere Buchempfehlung zum Sommer 2017: Dr. med. Eckart von Hirschhausen – Wunder wirken Wunder

2019-05-27T07:46:34+02:00

Dr. med. Eckart von Hirschhausen (Jahrgang 1967) studierte Medizin und Wissenschaftsjournalismus in Berlin, London und Heidelberg. Von Kindheit an begeisterte er sich für die Zauberei und ist Ehrenmitglied im Magischen Zirkel von Deutschland. Seit über 20 Jahren ist er als Komiker, Autor und Moderator in den Medien und auf allen großen Bühnen Deutschlands unterwegs. Seine Spezialität: medizinische Inhalte auf humorvolle Art und Weise zu vermitteln und gesundes Lachen mit nachhaltigen Botschaften zu verbinden.

Das Künstlerprofil:

  • 1967 in Frankfurt am Main geboren, aufgewachsen in Berlin• seine Vorfahren lebten als Pastorenfamilie in Estland und erhielten im 19. Jahrhundert den Adelstitel durch den russischen Zaren aufgrund ihrer Verdienste um die Volksbildung
  • Er studiert Medizin in Berlin, Heidelberg und London und promoviert 1994 magna cum laude
  • 2008 gründet er die Stiftung „Humor hilft Heilen“, die Clowns in Krankenhäuser bringt
  • 2012 zeichnet ihn der Hochbegabtenverband Mensa mit dem Deutschen IQ-Preis aus

Dr. med. Eckart von Hirschhausen: Wunder wirken WunderWunder wirken Wunder

Wie Medizin und Magie uns heilen

Dr. Eckart von Hirschhausen beweist seit vielen Jahren, dass Lachen vielleicht nicht die beste Medizin, aber immer noch wirksamer ist als so manch teures Wundermittel – sei es chemisch, biologisch-dynamisch oder allzu esoterisch.

Vom Geschäft mit der Gesundheit, von Ängsten und Hoffnungen, Quacksalbern und Wunderheilern erzählt er in einem Buch: „Wunder wirken Wunder“. Geschichten, die uns alle angehen. Lehrreich, aber nie belehrend, komisch bis verrückt, unterhaltsam und klug. Doch was steckt eigentlich hinter den großen Weisheiten, die uns gesund machen sollen? Was ist fauler Zauber, was gesunde Selbsttäuschung? Ein heilsamer Blick auf die Wunderwelt der Heilkunst.

Die Wissenschaft hat die Magie aus der Medizin vertrieben, aber nicht aus uns Menschen. Welche Kraft haben positive und negative Gedanken? Wieso täuschen wir uns so gerne? Und warum macht uns eine richtige Operation manchmal nicht gesünder als eine vorgetäuschte? Der Placeboeffekt ist mächtig! Und wenn wir so viele Möglichkeiten haben, den Körper mit dem Geist zu beeinflussen – warum tun wir es so selten gezielt?

Mit viel Humor zeigt Eckart von Hirschhausen, wie Sie bessere Entscheidungen für Ihre eigene Gesundheit treffen, was jeder für sich tun und auch lassen kann. Klartext statt Beipackzettel.

Ein versöhnliches Buch, das Orientierung gibt: Was ist heilsamer Zauber, und wo fängt gefährlicher Humbug an? Dr. Eckart von Hirschhausen entdeckt neue Wundermittel im Alltag. Wundern wir uns vielleicht zu wenig?

Jesus konnte Wasser in Wein verwandeln. Aber ist es nicht mindestens so erstaunlich, dass der menschliche Körper in der Lage ist, über Nacht aus dem ganzen Wein wieder Wasser zu machen?

Er ist der Arzt, dem die Schlauen vertrauen: Dr. Eckart von Hirschhausen.

Unsere Buchempfehlung zum Sommer 2017: Dr. med. Eckart von Hirschhausen – Wunder wirken Wunder2019-05-27T07:46:34+02:00

Unsere Buchempfehlung im Herbst: Dr. Hajo Schumacher – Restlaufzeit

2019-01-21T14:46:41+02:00

Dr. Hajo Schumacher – Restlaufzeit

Irgendwann begannen die bösen Vorahnungen für Dr Hajo Schumacher vom Rollator, dem krustenfreien Seniorenbrot und vom Altersheim. Dabei ist er als Journalist und Buchautor noch weit vom Rentenalter entfernt.

Dr. Schumacher beschreibt einfühlsam, dass ihn der Umzug seiner Mutter ins Pflegeheim und ihr Tod sehr nachdenklich gemacht haben. Wie könnte also ein würdevoller, lustiger und bezahlbarer Lebensabend aussehen und was muss man dafür tun?

Der Autor möchte dafür werben die Weichen schon früh zu stellen. Dazu hat er Zahlen und Fakten zusammengetragen. Den Großteil des Buches machen kurze Beschreibungen von unterschiedlichen Wohnformen für Rentner aus, sowohl in Deutschland als auch etwa in Polen und Thailand.

In knappen Kästen werden die Konzepte bewertet: Kosten, Risiken, Bequemlichkeit. Adressdaten und Tipps, damit die Zeit nach dem 65. Lebensjahr interessant und erstrebenswert bleibt

Mit seinem ihm eigenen Humor und gemischt mit etwas Ironie, aber auch mit tiefsinnigem Ernst geht Dr. Hajo Schumacher allen Möglichkeiten nach.

Nur für den, der das Buch liest, gibt es , um bei den Worten des Autors zu bleiben: „Gute Chancen, die nächsten zwanzig, dreißig Sommer lustig, bezahlbar und würdevoll zu gestalten.“

Dr. Hajo Schumacher – Restlaufzeit. Eichborn Verlag, Köln, 286 Seiten, ISBN 978-3-8479-0572-1
Unsere Buchempfehlung im Herbst: Dr. Hajo Schumacher – Restlaufzeit2019-01-21T14:46:41+02:00

Demenz-WG: Eine neue Form des Zusammenlebens und eine echte Alternative zum Pflegeheim

2019-01-21T14:48:49+02:00

Chantal Louis: „Ommas Glück“ erschienen im Kiepenheuer & Witsch VerlagEine Wohnform, die Menschen mit Demenz gerecht wird und ihnen ein maximal selbstbestimmtes Leben ermöglicht.

Die Betreuung in einer Demenz-WG ist meist nicht teurer als die Unterbringung in einem Pflegeheim, da keine Verwaltungsgehälter wie im Heim und meist auch keine Rücklagen für die Immobilie anfallen.

Außerdem ist das Pflegepersonal für weniger Bewohner zuständig, der Pflegeschlüssel also deutlich höher und individueller planbar, wodurch die Pflegequalität steigt.

Die Schriftstellerin und Journalistin Chantal Louis hat dazu ein wunderbares und sehr empfehlenswertes Buch über die Erfahrungen Ihrer Großmutter in einer Demenz-WG geschrieben: „Ommas Glück“ erschienen im Kiepenheuer & Witsch Verlag.

Chantal Louis erzählt in Ihrer eigenen erfrischenden Art in einer Talkrunde des WDR dazu:

»Wenn man Omma erzählt hätte, dass sie eines Tages in einer WG leben würde, hätte sie mit großer Wahrscheinlichkeit Zeter und Mordio respektive Sodom und Gomorrha geschrien. Wir, meine Mutter und ich, konnten sie nicht mehr fragen. Wir haben es für sie entschieden. Und ich bin ziemlich sicher, dass es eine gute Entscheidung war. Eigentlich sogar eine ausgesprochen gute.«

Nach einer bedrückenden Episode im Altersheim zieht Edeltraut Karczewski mit 83 in ihre erste Wohngemeinschaft. Ihre sechs Mitbewohnerinnen sind, wie sie, dement. Man tanzt Walzer im Wohnzimmer und es wiederholt sich ein immer neues Kennenlernen am Küchentisch. Chantal Louis erzählt von einfühlsamen Betreuerinnen und dem erstaunlichen Personalschlüssel von eins zu drei. Von Angehörigen, die tags beim Kochen helfen und am Wochenende die WG-Wände streichen, Sie erzählt auch von der Entstehung der Demenz-Wohngemeinschaften generell, von denen es in Deutschland inzwischen einige Hundert gibt – und von deren Existenz trotzdem nur wenige wissen. Jeder Bewohner und jede Bewohnerin kann noch etwas machen – Dinge, die man von früher kennt und gerne gemacht hat oder auch nur zuschauen: z. B. Kochen, Wäsche zusammenlegen usw.

In einer Demenz-WG sind die Bewohner ganz normale Mieter, die zusammen für die monatlich anfallenden Mietkosten der Wohnung oder des Hauses aufkommen. In den meisten Wohngemeinschaften kommt dazu eine Pauschale für die Haushaltskasse, aus der die hauswirtschaftliche Versorgung (Verpflegung, Anschaffungen, Instandhaltung) bezahlt wird.

Die Pflege und Betreuung durch den ambulanten Pflegedienst schließlich macht den dritten Posten der monatlich zu erwartenden Kosten aus. Dafür stehen dem Demenzkranken entsprechend seiner Pflegestufe die gleichen Leistungen aus der Pflegeversicherung zu, die er auch bei häuslicher Pflege erhalten würde.

Das wichtigste aber in einer Demenz-WG ist das von Frau Louis im Buch so eindrucksvoll beschriebene Gemeinschaftsgefühl!

Demenz-WG: Eine neue Form des Zusammenlebens und eine echte Alternative zum Pflegeheim2019-01-21T14:48:49+02:00

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