Voraussetzungen für eine Ausbildung zum Berufsbetreuer – auch rechtlicher Betreuer genannt- und Perspektiven für eine erfolgreiche Zukunft.

Sie bringen einige der folgenden Voraussetzungen zur Ausbildung zum Berufsbetreuer durch die HELP-Akademie mit:

  • Sie haben einen „guten Draht“ zu Menschen und/oder Erfahrung mit Schutzbefohlenen
  • Sie verfügen über Lebenserfahrung und gute Umgangsformen
  • Sie haben mindestens einen Schulabschluss des mittleren Bildungsweges
  • Sie haben eine abgeschlossene Ausbildung und 3 Jahre Praxiserfahrung in einer Berufstätigkeit und/ oder ein abgeschlossenes Hochschulstudium
  • Sie haben Spaß an bürokratischen Abläufen, können mit Formalitäten und behördlichen Vorgaben umgehen
  • Sie verfügen über eine gute Allgemeinbildung
  • Sie haben soziale Kompetenzen
  • Sie haben Talent und Spaß am Organisieren
  • Ein Teil Ihrer Lebenseinstellung ist das Verständnis für Menschen und deren Befindlichkeiten
  • Sie sind in der Lage behördliche Schreiben zu lesen und zu verstehen
  • Sie verfügen über Nervenstärke, Geduld und die Fähigkeit zuzuhören
  • Sie sind authentisch und haben ein selbstbewusstes Auftreten u. a. im Dialog mit Behörden, und Gerichten
  • Sie sind bereit, Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen
  • Sie verfügen über eine erhebliche Eigenverantwortung
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Voraussetzungen für eine Ausbildung zum Berufsbetreuer und Perspektiven für eine erfolgreiche Zukunft

Wenn sie diese Voraussetzungen erfüllen und mit Freude die Ausbildung zum Berufsbetreuer oder rechtlichen Betreuer beginnen möchten, benötigen wir noch zwei wichtige formelle Unterlagen zusammen mit Ihrer Anmeldung, spätestens aber bis zur Zertifizierung, von Ihnen:

  • Einen Nachweis über eine  3-jährige berufliche Tätigkeit und den Abschluss Ihrer Ausbildung bzw. Studium.
  • Ein polizeiliches Führungszeugnis, das nicht älter als 3 Monate sein darf. Dies ist wichtig, da Sie bei den zukünftigen Betreuten eine sehr hohe Vertrauensstellung genießen und dieser Nachweis von den Behörden und Gerichten gefordert wird.

Wer wird Berufsbetreuer?

Die meisten Personen kommen aus sozialen, pflegerischen oder  kaufmännischen Berufen. Der weibliche Anteil überwiegt auch hier. Meistens sucht man in der zweiten Lebenshälfte einen beruflichen Wechsel oder nach Jahren der Kindererziehung einen Wiedereinstieg ins Berufsleben. Viele Betreuer waren zuvor im sozialen, kirchlichen oder kommunalen Bereich auch schon ehrenamtlich tätig und haben sich dann entschieden, kranke und behinderte Menschen hauptberuflich in ihren Angelegenheiten zu vertreten. Nicht wenige Berufsbetreuer sind gleichzeitig in anderen Berufen teilzeitbeschäftigt oder selbständig tätig.

Dieses Seminar eignet sich idealerweise auch als Fortbildung zu einem der folgenden Berufe:

  • Altenpfleger/-in
  • Gesundheits- und Krankenpfleger
  • Krankenschwester
  • Fachwirt/-in Alten- und Krankenpflege
  • Fachaltenpfleger/-in
  • Pflegeassistent/-in
  • Heilpraktiker/-in
  • Sozialarbeiter
  • Ehrenamtlich tätige Personen
  • Seniorenassistenten
  • Sozialpädagogen
  • Dipl. Pädagogen
  • Betriebswirtschaftler
  • Kaufmännische Ausbildungswege
  • Rechtsanwälte
  • Steuerberater
  • Psychologen
  • Ärzte
  • Bankkaufleute
  • Theologen
  • Lehrer und Erzieher

Perspektiven nach der Ausbildung zum Berufsbetreuer

Die Ausbildung, Prüfung und Zertifizierung der Akademie HELP ermöglicht Ihnen eine schnelle Arbeitsaufnahme durch die Bewerbung bei den zuständigen Betreuungsstellen. Oberstes Ziel ist die Schaffung eines eigenen Berufsbildes des gerichtlich bestellten Berufsbetreuers und die damit verbundene Professionalisierung. Die Kombination der Vermittlung von, auf das Berufsbild zugeschnittenen, theoretischen Inhalten und praxisbezogener Anwendung soll ein wesentliches Merkmal dieses Lehrgangs sein.

Viele Berufsbetreuer wählen den Weg in die Selbständigkeit. Sie möchte Ihre Zeiteinteilung und Vergütung selbst bestimmen können. Andere nehmen feste sozialversicherungspflichtige Stellen in Betreuungsbüros oder Betreuungsvereinen an. Manche üben die Berufsbetreuung als Nebenjob aus. Wiederum andere verbinden ihre bereits vorhandenen Kernkompetenzen mit der Berufsbetreuung.

HELP – Hilfe durch Experten für Lebensqualität im Alter mit Prüfung und ZertifikatKontinuierliche Weiterbildungsveranstaltungen und Fachtagungen um den hohen Qualifikationsstandard zu erhalten sind vorgesehen, ebenso wie regelmäßige Netzwerk-Treffen der Absolventen der  HELP Akademie zum Erfahrungsaustausch aus der Praxis.

Praktisches Vorgehen zum Berufsstart

Um die Tätigkeit als Berufsbetreuer zu beginnen, bewirbt man sich nach der entsprechenden Ausbildung und bestandener Prüfung mit dem Zertifikat der HELP Akademie sinnvollerweise zunächst bei der örtlichen  Betreuungsbehörde, oder auch Betreuungsstelle der Stadt, des Landkreises bzw. der kreisfreien Stadt.

Von den Gerichten  werden folgende Angaben und Dokumente zur Anerkennung als rechtlicher Betreuer gefordert. 

  • Ein polizeiliches Führungszeugnis
  • sowie eine Schufa-Selbstauskunft.
  • Zeugnisse über Berufsabschlüsse,
  • Studiennachweise (Voraussetzung zur Erreichung Vergütungsstufe 3)
  • Nachweise bisheriger beruflicher Tätigkeiten,
  • Nachweise über die Ausbildung, Prüfung und Zertifizierung z. B. der HELP Akademie
  • Fortbildungen und Weiterbildung in einer zugelassenen Ausbildungsstätte z. B. der HELP Akademie (für alle Vergütungsstufen erforderlich) zu betreuungsrechtlich relevanten Fragen, wie rechtlichen, medizinischen, psychologischen Themen).

Wichtig ist der Nachweis einer angemessenen Haftpflichtversicherung sowie einer möglichen Vertretung im Abwesenheitsfall.

Die Betreuungsbehörde oder auch Betreuungsstelle schlägt im Rahmen ihrer Unterstützungspflicht im Betreuungsverfahren dem Betreuungsgericht geeignete Personen als Betreuer vor.

Quelle: Informationen für Berufsbetreuer, Landeshauptstadt München

Das Betreuungsgericht bestellt auf Vorschlag der Betreuungsbehörde einen geeigneten Betreuer. Geeignet ist, wer aufgrund seiner Lebens- und Berufserfahrung in der Lage ist, die Betreuung auszuüben. Die Betreuungsbehörden verlangen jedoch den Nachweis, dass sich der Bewerber die erforderlichen rechtlichen und psychiatrisch-psychologischen Grundlagen, die zu einer professionellen Betreuung erforderlich sind, aneignet hat . Auch wird eine ständige Fortbildungsbereitschaft erwartet.

Die Bewerbung zum Berufsbetreuer sollte mit den entsprechenden Unterlagen bei der Betreuungsbehörde eingehen. In der Regel werden Bewerber dann zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Die Bestellung zum Betreuer erfolgt durch das Betreuungsgericht.

Der Berufsbetreuer muss sich verpflichten, mindestens 11 Fälle zu übernehmen. Dann wird er ab Übernahme des 1.Falles als Berufsbetreuer angesehen und erhält die entsprechende Vergütung.

Die Vergütung der Berufsbetreuer -oder rechtlichen Betreuer- in Kürze.

Berufsbetreuer werden nach Stundensätzen bezahlt.

Höhe der Stundensätze:

Es wird unterschieden nach vermögenden Betreuten (Selbstzahlern) und mittellosen Betreuten, für die die Staatskasse aufzukommen hat. Für mittellose und vermögende Betreute gelten ohne Ausnahme die gleichen Stundensätze. Sie sind nach § 4 VBVG(so wie vor dem 1.7.2005 schon nach § 1 Abs.1 BVormVG) aus der konkreten und gerichtlich anerkannten Berufsqualifikation des Betreuers zu ermitteln.

Die drei Vergütungsstufen betragen 27,00 Euro, 33,50 Euro beziehungsweise 44,00 Euro.

Anders als bei Vormündern oder Pflegern, die weiterhin nach konkretem Zeitaufwand abrechnen, sind die drei Stundensatz-Beträge für Berufsbetreuer sogenannte Inklusivstundensätze. Das heißt, sie verstehen sich einschließlich der gesetzlichen Mehrwertsteuer, von sieben Prozent bei gemeinnützigen Betreuungsvereinen, beziehungsweise 19 % bei selbstständig tätigen Berufsbetreuern.

Der Stundensatz beträgt seit 1. Juli 2005:

Aufgrund einer entsprechenden Berufsausbildung – Mindestsatz
Vergütungsstufe 1 =  27,- Euro/Std. (zuzüglich Kostenerstattung),

bei nachgewiesenen betreuungsrechtlichen Fachkenntnissen (erlangt durch Teilnahme an einer fachbezogenen Ausbildung z. B. bei der HELP Akademie und weiteren Fortbildungen sowie zusätzlich aufgrund einer entsprechenden Berufsausbildung. Festgesetzt werden die Stundensätze nach Anerkennung durch die Betreuungsgerichte.

Vergütungsstufe 2 = 33,50 Euro/Std. (zuzüglich Kostenerstattung),

bei nachgewiesenen betreuungsrechtlichen Fachkenntnissen (erlangt durch Teilnahme an einer fachbezogenen Ausbildung und weiteren Fortbildungen) und aufgrund eines früheren abgeschlossenem Studium

Vergütungsstufe 3 =  44,- Euro/Std. (zuzüglich Kostenerstattung),

Die Vergütung erfolgt jeweils ohne Mehrwertsteuer (soweit anwendbar, siehe unter Steuerpflicht) zuzüglich Auslagen für Fahrtkosten, Porto und Kopien.

Zu den einzelnen beruflichen Vorkenntnissen (Studium) gibt es zahlreiche Rechtsprechung.

Seit 1. Juli 2005 wird nicht mehr der tatsächliche Zeitaufwand vergütet, sondern einpauschaler Zeitansatz, gerechnet vom Beginn der Betreuung.

Vermögende Betreute müssen die Kosten der Betreuung aus ihrem Vermögen bezahlen. Die Vergütung der Betreuer bei mittellosen Betreuten übernimmt die Staatskasse. Unterschieden wird weiterhin, ob der Betreute seinen gewöhnlichen Aufenthalt innerhalb oder außerhalb eines Heimes hat. Heime im Sinne dieser Bestimmung können dabei auch andere Einrichtungen, wie Langzeitpsychiatrien oder Justizvollzugsanstalten sein, sofern der Betroffene voraussichtlich lange Zeit seinen Aufenthalt dort haben wird. Wohngemeinschaften zählen nicht zu den Heimen.

Im ersten Jahr nach Übernahme der Betreuung wird ein erheblich höheres Stundenkontingent vergütet als danach. Differenziert wird danach, ob der Betreute in einem Heim oder außerhalb lebt. Bei vermögenden Betreuten wird ein höherer Arbeitsaufwand bezüglich der Vermögenssorge angenommen.

Vergütungsstufe  Stundensätze brutto  Abzügl 16 % MWSt (bis 31.12.06)  Abzügl 19 % MWSt (ab 1.1.07) Nettobetrag / ab 2007
1 (ohne anerk. Ausbildung) 27,– Euro 3,72 Euro 4,31 Euro 23,28 Euro /22,69 Euro
2 (anerk. Berufsausb.) 33,50 Euro 4,62 Euro 5,35 Euro 28,88 Euro /28,15 Euro
3 (anerk. Studium) 44,– Euro 6,07 Euro 7,03 Euro 37,93 Euro /36,97 Euro

Rechtsprechung zur Mehrwertsteuer

Inklusivstundensatz:

OLG München BtPrax 2006, 149= FamRZ 2006, 1152= FGPrax 2006, 165= MDR 2006, 1415:

Auch einem Berufsbetreuer, bei dem nach § 19Abs. 1 des Umsatzsteuergesetzes die auf die Vergütung anfallende Umsatzsteuer unerhoben bleibt (Kleinunternehmer), steht der Stundensatz nach § 4Abs. 1 VBVG uneingeschränkt zu. Eine Kürzung um die Umsatzsteuer findet nicht statt.

BGH, Beschluss vom 20. März 2013 – XII ZB 207/12:

Ein Berufsbetreuer, der gemäß § 19Abs. 1 UStG nicht umsatzsteuerpflichtig ist, hat Anspruch auf den vollen Stundensatz des § 4Abs. 1 VBVG. Eine Kürzung in Höhe der Umsatzsteuer findet nicht statt.