Voraussetzungen für und Vergütung nach der Ausbildung zum Berufsbetreuer bzw. rechtlichen Betreuer

Voraussetzungen für und Vergütung nach der Ausbildung zum Berufsbetreuer bzw. rechtlichen Betreuer2019-03-22T15:35:50+00:00

Voraussetzungen für eine Ausbildung zum Berufsbetreuer – auch rechtlicher Betreuer genannt- und Perspektiven für eine erfolgreiche Zukunft.

Sie bringen einige der folgenden Voraussetzungen zur Ausbildung zum Berufsbetreuer durch die HELP-Akademie mit:

  • Sie haben einen „guten Draht“ zu Menschen und/oder Erfahrung mit Schutzbefohlenen
  • Sie verfügen über Lebenserfahrung und gute Umgangsformen
  • Sie haben mindestens einen Schulabschluss des mittleren Bildungsweges
  • Sie haben eine abgeschlossene Ausbildung und 3 Jahre Praxiserfahrung in einer Berufstätigkeit und/ oder ein abgeschlossenes Hochschulstudium
  • Sie haben Spaß an bürokratischen Abläufen, können mit Formalitäten und behördlichen Vorgaben umgehen
  • Sie verfügen über eine gute Allgemeinbildung
  • Sie haben soziale Kompetenzen
  • Sie haben Talent und Spaß am Organisieren
  • Ein Teil Ihrer Lebenseinstellung ist das Verständnis für Menschen und deren Befindlichkeiten
  • Sie sind in der Lage behördliche Schreiben zu lesen und zu verstehen
  • Sie verfügen über Nervenstärke, Geduld und die Fähigkeit zuzuhören
  • Sie sind authentisch und haben ein selbstbewusstes Auftreten u. a. im Dialog mit Behörden, und Gerichten
  • Sie sind bereit, Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen
  • Sie verfügen über eine erhebliche Eigenverantwortung

Voraussetzungen für eine Ausbildung zum Berufsbetreuer und Perspektiven für eine erfolgreiche Zukunft

Wenn sie diese Voraussetzungen erfüllen und mit Freude die Ausbildung zum Berufsbetreuer oder rechtlichen Betreuer beginnen möchten, benötigen wir noch zwei wichtige formelle Unterlagen zusammen mit Ihrer Anmeldung, spätestens aber bis zur Zertifizierung, von Ihnen:

  • Einen Nachweis über eine  3-jährige berufliche Tätigkeit und den Abschluss Ihrer Ausbildung bzw. Studium.
  • Ein polizeiliches Führungszeugnis, das nicht älter als 3 Monate sein darf. Dies ist wichtig, da Sie bei den zukünftigen Betreuten eine sehr hohe Vertrauensstellung genießen und dieser Nachweis von den Behörden und Gerichten gefordert wird.

Wer wird zum Berufsbetreuer ausgebildet?

Die meisten Personen, die sich für die Berufsbetreuer-Ausbildung entscheiden, kommen aus sozialen, pflegerischen oder  kaufmännischen Berufen. Der weibliche Anteil überwiegt auch hier. Viele Menschen suchen  in der zweiten Lebenshälfte einen beruflichen Wechsel, oft auch nach Jahren einer stupiden Arbeit am Schreibtisch einen interessanten Neubeginn. Auch nach der Kindererziehung wünschen sie viele einen selbstbestimmten Wiedereinstieg ins Berufsleben. Manche Betreuer waren zuvor im sozialen, kirchlichen oder kommunalen Bereich auch schon ehrenamtlich tätig und haben sich dann zur Ausbildung zum Berufsbetreuer entschieden. Interessant finden es auch einige Berufsbetreuer, noch in anderen Berufen teilzeitbeschäftigt oder gar selbständig tätig zu sein.

Dieses Seminar „Ausbildung zum Berufsbetreuer mit Zertifikat“ eignet sich idealerweise auch als Fortbildung zu einem der folgenden Berufe:

  • Altenpfleger/-in
  • Gesundheits- und Krankenpfleger
  • Krankenschwester
  • Fachwirt/-in Alten- und Krankenpflege
  • Fachaltenpfleger/-in
  • Pflegeassistent/-in
  • Heilpraktiker/-in
  • Sozialarbeiter
  • Ehrenamtlich tätige Personen
  • Seniorenassistenten
  • Sozialpädagogen
  • Dipl. Pädagogen
  • Betriebswirtschaftler
  • Kaufmännische Ausbildungswege
  • Rechtsanwälte
  • Steuerberater
  • Psychologen
  • Ärzte
  • Bankkaufleute
  • Theologen
  • Lehrer und Erzieher

Perspektiven nach der Ausbildung zum Berufsbetreuer

Die Ausbildung, Prüfung und Zertifizierung der Akademie HELP ermöglicht Ihnen eine schnelle Arbeitsaufnahme durch die Bewerbung bei den zuständigen Betreuungsstellen. Oberstes Ziel ist die Schaffung eines eigenen Berufsbildes des gerichtlich bestellten Berufsbetreuers und die damit verbundene Professionalisierung. Die Kombination der Vermittlung von, auf das Berufsbild zugeschnittenen, theoretischen Inhalten und praxisbezogener Anwendung soll ein wesentliches Merkmal dieses Lehrgangs sein.

Viele Berufsbetreuer wählen den Weg in die Selbständigkeit. Sie möchte Ihre Zeiteinteilung und Vergütung selbst bestimmen können. Andere nehmen feste sozialversicherungspflichtige Stellen in Betreuungsbüros oder Betreuungsvereinen an. Manche üben die Berufsbetreuung als Nebenjob aus. Wiederum andere verbinden ihre bereits vorhandenen Kernkompetenzen mit der Berufsbetreuung.

HELP – Hilfe durch Experten für Lebensqualität im Alter mit Prüfung und ZertifikatKontinuierliche Weiterbildungsveranstaltungen und Fachtagungen um den hohen Qualifikationsstandard zu erhalten sind vorgesehen, ebenso wie regelmäßige Netzwerk-Treffen der Absolventen der  HELP Akademie zum Erfahrungsaustausch aus der Praxis.

Praktisches Vorgehen zum Berufsstart als Berufsbetreuer oder auch rechtlicher Betreuer genannt.

Um die Tätigkeit als Berufsbetreuer zu beginnen, bewirbt man sich nach der entsprechenden Ausbildung und bestandener Prüfung mit dem Zertifikat der HELP Akademie sinnvollerweise zunächst bei der örtlichen  Betreuungsbehörde, oder auch Betreuungsstelle der Stadt, des Landkreises bzw. der kreisfreien Stadt.

Von den Gerichten  werden folgende Angaben und Dokumente zur Anerkennung als rechtlicher Betreuer gefordert. 

  • Ein polizeiliches Führungszeugnis
  • sowie eine Schufa-Selbstauskunft.
  • Zeugnisse über Berufsabschlüsse,
  • Studiennachweise (Voraussetzung zur Erreichung Vergütungsstufe 3)
  • Nachweise bisheriger beruflicher Tätigkeiten,
  • Nachweise über die Ausbildung, Prüfung und Zertifizierung z. B. der HELP Akademie
  • Fortbildungen und Weiterbildung in einer zugelassenen Ausbildungsstätte z. B. der HELP Akademie (für alle Vergütungsstufen erforderlich) zu betreuungsrechtlich relevanten Fragen, wie rechtlichen, medizinischen, psychologischen Themen).

Wichtig ist der Nachweis einer angemessenen Haftpflichtversicherung sowie einer möglichen Vertretung im Abwesenheitsfall.

Die Betreuungsbehörde oder auch Betreuungsstelle schlägt im Rahmen ihrer Unterstützungspflicht im Betreuungsverfahren dem Betreuungsgericht geeignete Personen als Berufsbetreuer vor.

Quelle: Informationen für Berufsbetreuer, Landeshauptstadt München

Das Betreuungsgericht bestellt auf Vorschlag der Betreuungsbehörde einen geeigneten rechtlichen Betreuer. Geeignet ist, wer aufgrund seiner Lebens- und Berufserfahrung in der Lage ist, die Betreuung auszuüben. Die Betreuungsbehörden verlangen jedoch den Nachweis, dass sich der Bewerber die erforderlichen rechtlichen und psychiatrisch-psychologischen Grundlagen, die zu einer professionellen Berufs-Betreuung erforderlich sind, aneignet hat . Auch wird eine ständige Fortbildungsbereitschaft erwartet. Die HELP Ausbildung zum Berufsbetreuer zielt genau hierauf ab.

Die Bewerbung zum Berufsbetreuer sollte mit den entsprechenden Unterlagen bei der Betreuungsbehörde eingehen. In der Regel werden Bewerber dann zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Die Bestellung zum Betreuer erfolgt durch das Betreuungsgericht.

Der Berufsbetreuer muss sich verpflichten, mindestens 11 Fälle zu übernehmen. Dann wird er ab Übernahme des 1.Falles als Berufsbetreuer angesehen und erhält die entsprechende Vergütung.

Die Vergütung der Berufsbetreuer in Kürze

Berufsbetreuer werden nach Stundensätzen bezahlt – die anwendbaren Stunden pro Betreuten sind vorgegeben und gestaffelt:

Höhe der Stundensätze:

Die Stundensätze des Berufsbetreuers sind gesetzlich geregelt, Mehrwertsteuerfrei und richten sich nach der beruflichen Qualifizierung. Seit 01.07.2005 gelten folgende Stundensätze:

  • Stufe 1 (Mindeststundenumsatz) 27,00 €/Stunde  ohne anerkannte Ausbildung
  • Stufe 2 Abgeschlossene Lehre und besondere Kenntnisse, die für die Führung von Betreuungennutzbar sind 33,50 €/Stunde
  • Stufe 3 Abgeschlossene Ausbildung an einer Hochschule, die für die Führung von Betreuungen nutzbar ist 44,00 € /Stunde

Bei vermögenden Betreuten müssen die Kosten der Betreuung aus dem vorhandenen Vermögen bezahlt werden. Die Vergütung der Betreuer bei mittellosen Betreuten übernimmt die Staatskasse.

Die Stundenkontongente pro Betreuungsfall sind seit 01.07.2005 pauchaliert.

Im ersten Jahr nach Übernahme der Betreuung wird ein erheblich höheres Stundenkontingent vergütet als danach. Differenziert wird danach, ob der Betreute in einem Heim oder außerhalb lebt. Bei vermögenden Betreuten wird ein höherer Arbeitsaufwand bezüglich der Vermögenssorge angenommen.

Achtung wichtiger Hinweis: Die Vergütungssätze der Berufsbetreuer sollen nun angehoben werden!

Gesetzentwurf zur Erhöhung der Betreuervergütung liegt laut Veröffentlichung vom 23. Januar 2019 im Bundesanzeiger vor*!

Auszug aus dem Gesetzentwurf*:

Die Vergütung für Berufsbetreuer soll sich durch die Neuregelung um durchschnittlich 17 Prozent erhöhen. Das BMJV hat sich bei seinen Berechnungen an den erforderlichen Mitteln orientiert, die für die Refinanzierung einer Vollzeit-Vereinsbetreuerstelle benötigt werden.

Der Gesetzentwurf hält an einem pauschalen Vergütungssystem fest. Allerdings soll sich die Vergütung nicht mehr aus dem Produkt von Stundenansatz und Stundensatz ergeben, sondern aus einer Vergütungspauschale. Diese Vergütungspauschale wird sich jedoch nach den bereits bekannten Parametern differenzieren:

  • Kenntnis- und Ausbildungsstand der betreuenden Person
    Auch weiterhin wird die Höhe der Vergütung davon abhängig sein, ob die betreuende Person über Kenntnisse verfügt, die für die Führung einer Betreuung nutzbar sind und ob diese Kenntnisse durch eine abgeschlossene Lehre oder durch eine abgeschlossene akademische Ausbildung erworben sind.
  • Hier der Link zum Bundesanzeiger-Verlag*

Rechtsprechung zur Mehrwertsteuer

Inklusivstundensatz:

BGH, Beschluss vom 20. März 2013 – XII ZB 207/12:

Ein Berufsbetreuer, der gemäß § 19Abs. 1 UStG nicht umsatzsteuerpflichtig ist, hat Anspruch auf den vollen Stundensatz des § 4Abs. 1 VBVG. Eine Kürzung in Höhe der Umsatzsteuer findet nicht statt.

Ausblick:

Es ist eine Änderung der Vergütung der Berufsbetreuer gepalnt. Es ist anzunehmen, dass sich die aktuelle Vergütungssituation für die Berufsbetreuer positiv verbessern wird.

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